MDR

artour

Kultur, Magazin • 29.10.2026 • 21:15 - 21:45
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Originaltitel
artour - Das Kulturmagazin des MDR
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Kultur, Magazin
DOK LEIPZIG Weltpremiere von ">1,5°C Pyropolitics and the New World" Es brennt. Helikopter schrauben sich durch die Nacht. Sirenen ertönen. Bäume, ganze Wälder, Häuser, Siedlungen gehen in Flammen auf. Die Kamera von Lukas Marxt filmt unbeweglich ein apokalyptisches Szenario. ">1,5°C Pyropolitics and the New World" heißt sein Dokumentarfilm, der bei DOK Leipzig im internationalen Wettbewerb seine Weltpremiere hat. Als im Januar 2025 in Südkalifornien riesige Großbrände ausbrechen, die binnen kurzer Zeit schwerste Schäden verursachen mit 30 Toten, zehntausenden zerstörten Gebäuden, über 200 km² verbrannter Fläche und am Ende über 235.000 Menschen, die evakuiert werden – fährt Lukas Marxt mit seiner Kamera genau dorthin, um den Prozess der Zerstörung, aber auch die Rettungsversuche der Feuerwehren und die Solidarität der Anwohner zu dokumentieren. Entstanden ist so ein Film, der ohne Worte ein Geschehen zeigt, das sprachlos macht. Eine Meditation, die im Knistern der Flammen, im Feuerschein des Horizonts und im Rauch der Ruinen nach geopolitischen Ursachen fragt und nach Perspektiven. DOK Leipzig startet mit neuem Fokus Ost und neuer Leitung Es ist das größte und älteste Dokumentarfilmfestival Deutschlands. Und dieses Jahr unter neuer Leitung von Ola Staszel. Die gebürtige Polin war bisher für das Neiße-Filmfestival im deutsch polnisch-tschechischen Dreiländereck verantwortlich. Schon dort hatte sie den Austausch zwischen Ost- und Westeuropa im Blick, der auch in Leipzig ein Thema für sie sein wird. Zum Beispiel in der neuen Reihe "Fokus Ost", in der ostdeutsche Geschichten im Mittelpunkt stehen. Den politischen Dokumentarfilm hält Staszel heute für wichtiger denn je. Beispielhaft ist für sie der Film "Letters from the Silenced Country" des belarussischen Regisseurs Andrei Kutsila, der im internationalen Wettbewerb läuft. Ein Film, der mit allen Mitteln der künstlerischen Dokumentation arbeitet. Artour hat Ola Staszel kurz vor Beginn des Festivals in Leipzig getroffen. Florian Paul & Die Kapelle der letzten Hoffnung mit neuem Album "Kein Zurück" Sie beherrschen den Spagat zwischen Schwermut und Lebenslust meisterhaft und bezeichnen ihre Musik selbst gern als "tanzbare Melancholie". Florian Paul und die Kapelle der letzten Hoffnung gelten als eine kreativsten Live-Formationen im deutschsprachigen Raum. Spätestens mit ihrem gefeierten dritten Studioalbum "Alles wird besser" (2024), gefolgt von TV-Auftritten wie bei Inas Nacht, haben sie sich fest in der oberen Liga der anspruchsvollen deutschen Popmusik etabliert. Die Wurzeln der Band liegen in München. Der 1995 im Ruhrgebiet geborene Florian Paul zog 2015 in die bayerische Landeshauptstadt, um dort Filmmusik zu studieren. An der Musikhochschule traf er auf Gleichgesinnte und aus dieser Begegnung formierte sich 2018 die "Kapelle der letzten Hoffnung". Das klangliche Fundament ihrer Musik bilden Chanson, Jazz, Pop und Indie-Rock, die durch Florian Pauls klassische Ausbildung immer wieder mit opulenten, fast orchestralen Filmmusik Elementen durchwoben werden. Die Texte sind das absolute Herzstück der Band. Florian Paul versteht sich in erster Linie als Geschichtenerzähler. Mit großen Gesten und pointiertem Witz verhandelt er existenzielle Fragen. Mitte Oktober erschien das vierte Album von Florian Paul und der Kapelle der letzten Hoffnung mit dem Titel "Kein Zurück". Thematisch geht es darauf um Wandel und Veränderung. Sind wir festgelegt auf das, was wir waren, oder ist es möglich, sich noch einmal neu zu erfinden? Auf der großen Tour zum neuen Album kommt die Band am 30.10. auch nach Magdeburg. Kunst auf Kommando - Was die NVA an der Kunst suchte "Meistert die Waffen, stürmt die Höhen der Kultur!" - Sturmangriff mit Pinsel und Palette? Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden eröffnet ab 9. Oktober eine Ausstellung "Kunst auf Kommando? Werke zur Nationalen Volksarmee der DDR". Schon der Umstand, dass die NVA sowohl Auftraggeber als auch Ankäufer von Kunstwerken war, ruft heute Verwunderung hervor. Der Titel ist provokatorisch gemeint und von "NVA-Kunst" wird nicht gesprochen, dazu sei die Sammlung zu und erstaunlich vielseitig. Die Ausstellung mit 200 Gemälden, Grafiken und Plastiken von 100 Künstlerinnen und Künstlern fragt im großen Rahmen nach den Beziehungen zwischen Kunst und NVA und konkreter: Wie fand der Kalte Krieg in dieser Malerei statt? Was bezweckte die Armee, indem sie Kunst in Auftrag gab? Wie sollte die Kunst, koordiniert von der "Politischen Hauptverwaltung", zur Erhöhung der "Kampfkraft" dienen? Welche Spielräume hatten die Künstlerinnen und Künstler? Das Militärhistorische Museum hat seit den späten 2000er Jahren auch Werke gesammelt, die den offiziellen Positionen in der DDR widersprachen, also auch ausdrücklich ganz und gar nicht "auf Kommando" entstanden - womit die Ausstellung über den Bestand des Museums hinausgeht. Kulturkalender * Different Grounds Ballett-Uraufführung Semperoper Dresden Premiere 31.10. * "Wie es sich findet" Malerei von Rosa Loy & Skulpturen von Reinhard Fischer im Weißen Haus in Markkleeberg * MDR Kurzfilmnacht zur DOK Leipzig am 30.10.